Meine Werte – meine Gesundheit im Blick
Messen, verstehen, vergleichen und Fortschritte erkennen.
Wer Diabetes Typ 2 hat, sollte seine wichtigsten Gesundheitswerte kennen. Sie zeigen uns, wie unser Körper auf Ernährung, Bewegung, Medikamente und andere Einflüsse reagiert.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Zahlen zu sammeln. Viel wichtiger ist es, ihre Bedeutung zu verstehen und Veränderungen über längere Zeit zu erkennen.
1. Mein Blutzucker – was sagt er mir?
Der Blutzucker zeigt, wie viel Glukose sich zum Zeitpunkt der Messung in unserem Blut befindet.
Er verändert sich im Laufe des Tages. Nach dem Essen steigt er normalerweise an, während Bewegung ihn häufig senken kann.
Zur allgemeinen Orientierung gelten für viele nicht schwangere Erwachsene mit Diabetes folgende Zielbereiche:
Zeitpunkt Häufiger Zielbereich Vor dem Essen 4,4–7,2 mmol/L 1–2 Stunden nach Beginn einer Mahlzeit: Unter 10,0 mmol/L Unterzuckerung unter 3,9 mmol/L
Diese Werte sind keine festen Vorgaben für jeden Menschen. Besonders bei älteren Personen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente können andere Zielbereiche sinnvoll sein.
Wichtig: Ein einzelner erhöhter Wert ist noch kein Grund zur Beunruhigung. Entscheidend ist die Entwicklung über längere Zeit.
2. Mein HbA1c – der Langzeitblutzucker
Der HbA1c-Wert zeigt, wie hoch unser Blutzucker in den vergangenen ungefähr zwei bis drei Monaten durchschnittlich war.
Er wird normalerweise bei einer Blutuntersuchung bestimmt.
Ein HbA1c unter 7,0 % ist für viele Erwachsene mit Diabetes Typ 2 ein übliches Behandlungsziel. Je nach Gesundheitszustand kann der Arzt jedoch einen anderen Zielwert festlegen.
Besonders interessant: Sinkt der HbA1c über mehrere Monate, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Behandlung und die Veränderungen im Alltag erfolgreich sind.
3. Mein Blutdruck – wichtig für Herz und Kreislauf
Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Deshalb lohnt es sich, auch den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.
Für viele Menschen mit Diabetes wird ein Blutdruck unter 130/80 mmHg angestrebt, sofern dies gut vertragen wird. Bei älteren Menschen oder bei Schwindel und Sturzgefahr können andere Ziele angemessen sein.
4. Mein Gewicht – eine Entwicklung beobachten
Bei Menschen mit Übergewicht kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme die Insulinempfindlichkeit verbessern.
Dabei ist nicht nur das Körpergewicht entscheidend. Auch der Bauchumfang und die körperliche Fitness spielen eine Rolle.
Nicht jeder Mensch mit Diabetes muss abnehmen.
5. Meine Bewegung – jeder Schritt zählt
Auch körperliche Aktivität gehört zu unseren Gesundheitswerten.
Wir können beispielsweise festhalten:
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Wie lange bin ich heute spazieren gegangen?
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Bin ich mit dem Fahrrad gefahren oder geschwommen?
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Habe ich Übungen zur Stärkung meiner Muskeln gemacht?
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Wie habe ich mich dabei gefühlt?
Bereits regelmäßige, kurze Bewegungseinheiten können den Stoffwechsel unterstützen.
6. Mein persönliches Gesundheitstagebuch
In unserem digitalen Tagebuch können wir künftig die wichtigsten Werte festhalten:
Blutzucker: Messwerte mit Datum, Uhrzeit und Bezug zu den Mahlzeiten.
HbA1c: Laborwerte und ihre Entwicklung über mehrere Monate.
Blutdruck: Messungen zur Beobachtung von Herz und Kreislauf.
Gewicht: Freiwillige Aufzeichnung der langfristigen Entwicklung.
Bewegung: Art, Dauer und Häufigkeit körperlicher Aktivitäten.
Mit übersichtlichen Tabellen und Grafiken können wir erkennen, welche Veränderungen sich im Laufe der Zeit ergeben.
Die gespeicherten Daten sollen sich auch als Bericht für den nächsten Arztbesuch ausdrucken lassen.
7. Zahlen sind keine Schulnoten.
Ein wichtiger Gedanke zum Schluss:
Ein guter Blutzuckerwert ist erfreulich. Ein höherer Wert bedeutet aber nicht, dass wir versagt haben.
Unser Körper ist keine Maschine. Stress, Krankheiten, Schlaf, Medikamente und viele weitere Faktoren beeinflussen den Blutzucker.
Es geht nicht um perfekte Zahlen, sondern um eine möglichst gute und sichere Entwicklung unserer Gesundheit.
Unser Leitsatz
Wer seine Werte kennt, versteht seinen Körper besser. Wer seinen Körper versteht, kann bewusster für seine Gesundheit sorgen.
EIN LEBEN OHNE ZUCKER – Schritt für Schritt zu mehr Wissen, Sicherheit und Lebensqualität.
Medizinischer Hinweis: Die genannten Zielbereiche dienen der allgemeinen Orientierung. Individuelle Ziele und die Häufigkeit der Messungen sollten mit dem Behandlungsteam vereinbart werden. Bei Unterzuckerung unter 3,9 mmol/L ist zeitnahes Handeln nach dem persönlichen Behandlungsplan erforderlich.